Geld in Paarbeziehungen: Vermögensungleichheiten und Geschlechterverhältnisse im Wandel
Wie verändern sich Finanzentscheidungen in Paarhaushalten und welche Rolle spielen Vermögensungleichheiten und Geschlechterverhältnisse dabei?
Wie verändern sich Finanzentscheidungen in Paarhaushalten und welche Rolle spielen Vermögensungleichheiten und Geschlechterverhältnisse dabei?
Wie Paare mit Geld umgehen, ist nicht nur eine Frage individueller Präferenzen, sondern auch Ausdruck struktureller Ungleichheiten, geschlechterbezogener Aushandlungen, gesellschaftlicher Normen und institutioneller Rahmungen. Das Projekt „Geld in Paarbeziehungen: Vermögensungleichheiten und Geschlechterverhältnisse im Wandel“ untersucht, wie finanzielle Entscheidungen in Paarbeziehungen getroffen werden und inwiefern sich damit verbundene Ungleichheitsmuster im Zuge gesellschaftlicher Wandlungsprozesse verschieben.
Ausgangspunkt ist eine relationale Perspektive auf soziale Ungleichheiten. Anstatt ökonomische Ressourcen, insbesondere Vermögen, nur als Bestand individueller Ausstattungen zu begreifen, werden sie als Ansprüche auf ökonomische Handlungsspielräume verstanden – als sozial gesicherter Zugang zu Eigentum, Absicherung und Investitionsmöglichkeiten. Im Fokus stehen damit nicht nur Verteilungen, sondern auch Verfügungsrechte und Machtbeziehungen innerhalb von Paaren.
Das Projekt fragt, wie sich ungleiche Ansprüche auf ökonomische Ressourcen innerhalb von Paarbeziehungen – etwa durch Vermögen, aber auch Einkommen, institutionell vermittelte Absicherung und normative Vorstellungen – auf finanzielle Entscheidungsprozesse auswirken. Im Fokus stehen individuelle und gemeinsame Praktiken der Geldverwaltung und Investitionsentscheidungen, die sich im Spannungsfeld von Autonomie, Solidarität und Abhängigkeit vollziehen. Aufbauend auf quantitativen Analysen wird erforscht, wie sich die Determinanten des Umgangs mit Geld in Paaren über Zeit und Kontexte hinweg wandeln.
Mehrere laufende Kooperationen tragen zu diesem Projekt bei. Sie befassen sich unter anderem mit Partnerschaftsnormen, der Aufteilung von Hausarbeit und finanziellen Aufgaben sowie mit Online-Dating. Die empirische Basis bilden Daten aus dem Sozio-Ökonomischen Panel, dem Beziehungs- und Familienpanel pairfam sowie eigene Erhebungen.
Ziel ist es, finanzielle Praktiken in Paarbeziehungen als zentrale Dimension der Reproduktion sozialer Ungleichheit sichtbar zu machen.